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Manolo Panic – Chinchilla

VÖ: 03.03.2017

Manolo Panic - Chinchilla

Mit der Vergangenheit abschliessen oder ihr nachjagen? Auf Chinchilla, dem Zweitling der Schweizer Indie-Rock Helden Manolo Panic, entscheidet sich die Band für ersteres. Der Sound ist roher als auf ihrem Debüt-Album und der kürzlich veröffentlichten EP. Die Texte sind eindeutiger, die Stirn glänzt etwas mehr als die Schuhe. Schmierig verzerrte Gitarren, durch den Fleischwolf gedrehte Drums und das wiederkehrende Motiv des Ortes, an dem man lieber nicht wäre, stehen exemplarisch für die vorherrschende Aufbruchsstimmung.

Trotzdem wagt Sänger Ramon Margharitis einige Blicke zurück und fragt sich, was es bedeuten würde, zu bleiben und ob sich vielleicht sogar ein Kampf lohnen würde. Eine gewisse Zerrissenheit präsentiert sich also in den Texten. Musikalisch präsentiert sich das album wesentlich abwechslungsreicher als alles, was Monolo Panic je zuvor gemacht haben. Auf der Vorabsingle „Mary Ann“ setzt das Quartett auf sein oft bewiesenes Talent für tanzbaren Indie-Rock mit eingängigen Melodien. Gleich im folgenden Song „You Got Me On My Knees“ wird aber die aufmüpfige Neuausrichtung klar. Auf den Knien wird gebettelt, gezweifelt, mit sich gerungen. Die Einsicht ist aber eigentlich von Beginn weg da: Es gibt keine weitere Chance, der Blick gehört nach vorne gerichtet. Dort wartet mit „Broken Bottles“ gleich das nächste Riff, das sich am Blues bedient und den Wüstenrock neu erfindet. Bis zum souligen letzten Takt des letzten Tracks dominieren die ernsten Themen und werden gekonnt in bittersüsse, verdammt grossartige Musik verpackt. Das Saxophon-Solo in eben diesem „Wasting Time“ dürfte schliesslich auch dem letzten klar machen, dass Manolo Panic mit Chinchilla keine Zeit verlieren und die Vergangenheit mit einem letzten leidenschaftlichen Zungenkuss hinter sich lassen.